Chi­na

Chi­na

Von Deutsch­land aus auf dem Welt­glo­bus im­mer wei­ter nach Os­ten liegt un­ter­halb von Russ­land und der Mon­go­lei Chi­na am Ran­de des Pa­zi­fi­schen Oze­ans. Chi­na ist der viert­größ­te Staat der Erde und mit etwa 1,4 Mil­li­ar­den Ein­woh­nern auch der be­völ­ke­rungs­reichs­te. Das Land hat mehr Ein­woh­ner als Nord­ame­ri­ka, Eu­ro­pa und Russ­land zu­sam­men. Das vor mehr als 3500 Jah­ren ent­stan­de­ne Reich wur­de über vie­le Jahr­hun­der­te von Kai­sern re­giert. Der letz­te von ih­nen muss­te 1912 den Thron ver­las­sen. Seit 1949, als die Kom­mu­nis­ten die Macht über­nom­men hat­ten, nennt sich der Staat Volks­re­pu­blik Chi­na.

Auf dem Ge­biet der heu­ti­gen Volks­re­pu­blik ent­wi­ckel­ten sich be­reits vor etwa 7000 Jah­ren ers­te Hoch­kul­tu­ren. Noch lan­ge vor Chris­ti Ge­burt ent­stan­den die ers­ten Dy­nas­ti­en, das sind Fa­mi­li­en, die den Herr­scher und spä­ter auch den Kai­ser stell­ten – und das über vie­le Ge­ne­ra­tio­nen hin­weg. Seit­dem wer­den die ge­schicht­li­chen Zeit­ab­schnit­te in Chi­na mit den je­weils herr­schen­den Dy­nas­ti­en be­zeich­net. Kul­tu­rell von be­son­de­rer Be­deu­tung wa­ren bei­spiels­wei­se die Tang Dy­nas­tie (618-907) und die Ming-Dy­nas­tie (1368-1644).

Nicht al­lein un­ter die­sen bei­den Dy­nas­ti­en ent­wi­ckel­te sich in Chi­na über Jahr­tau­sen­de hin­weg eine Kul­tur, die ih­res glei­chen auf der gan­zen Welt sucht. Es ent­stand eine Schrift mit Tau­sen­den chi­ne­si­schen Schrift­zei­chen, die heu­te noch in Ge­brauch sind. Lan­ge vor Eu­ro­pa mach­te das Land be­deu­ten­de Fort­schrit­te in Wis­sen­schaft, Phi­lo­so­phie und Me­di­zin und fand ei­gen­stän­di­ge Aus­drucks­for­men in Mu­sik, Li­te­ra­tur, Ma­le­rei, Ar­chi­tek­tur Gar­ten­kunst und Kampf­kunst.

Zusatzinfo: Kulturrevolution

Kaum zu glau­ben, aber das kul­tu­rell hoch­ent­wi­ckel­te Land mach­te un­ter ih­rem da­ma­li­gen An­füh­rer Mao Ze­dong mit der so­ge­nann­ten chi­ne­si­schen Kul­tur­re­vo­lu­ti­on zwi­schen 1966 und 1976 ei­nen Rück­schritt, der bis heu­te sei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen hat. Da­mals wur­den hun­dert­tau­sen­de von Men­schen ver­haf­tet, in Ar­beits­la­ger ge­sperrt oder gar ge­tö­tet. Vie­le Kul­tur­denk­mä­ler wur­den zer­stört und bei­spiels­wei­se auch das Schat­ten­spiel ver­bo­ten.

Das fol­gen­de Pla­kat aus dem Jahr 1974 zeigt le­sen­de Kin­der, die glück­lich und zu­frie­den aus­se­hen. Die Rea­li­tät sah frei­lich ganz an­ders aus. Vie­le Schu­len wur­den ge­schlos­sen und die Schü­ler und Stu­den­ten muss­ten statt­des­sen zwangs­wei­se in der Land­wirt­schaft oder bei po­li­ti­schen Ak­tio­nen mit­ar­bei­ten. Mit dem Tod von Mao Ze­dong fand die Kul­tur­re­vo­lu­ti­on ein Ende und das Land be­gann sich lang­sam wie­der zu er­ho­len.

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